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© PR Jades // NRW.BANKUdo Geisler

Digital vs. analog – wie sieht die Modeorder der Zukunft aus?

Zwei Fashion-Experten, zwei Meinungen: Zwischen Zoom-Meeting und Mode-Order vor Ort.

Es ist wieder Fashion Week. Die wichtigsten Modemetropolen der Welt zeigen wieder kunstvolle Haute Couture Pieces und wegweisende Trends für die upcoming season. Modekenner:innen und -interessierte werden wissen: Jeder gesellschaftliche Umbruch bringt neue Trends hervor. Mode ist ein Spiegelbild des Zeitgeists, der gesellschaftlichen Konventionen und seiner Ideale. Auch die virtuelle Mode und eröffnet fortan ungeahnte Möglichkeiten und die Nachfrage nach digitalen Präsentations- und Order-Plattformen wächst zunehmend. Wir blicken schon jetzt auf die kommende Ordersaison.

„Zukunftsweisend und eine riesige Chance für eine ganze Industrie“, sagen die einen zur Digitalisierung in der Mode während andere sich Anlaufpunkte und den emotionsgeladenen Einkauf vor Ort zurückwünschen. In Zukunft wird es darum gehen, ob sich die digitale Welt von der analogen emanzipieren kann. Wir haben die Düsseldorfer Brancheninsider:innen Lukas Pünder (retraced) und Evelyn Hammerström (Jades) gefragt wie sie die letzte Mode-Order erlebt haben und wie die Zukunft der Fashion-Industrie für sie aussieht

Die Mode verlässt die analoge Welt – auch nach der Pandemie

Als Folge der Pandemie setzten immer mehr Fashionlabels und Showroombetreiber:innen auf Animationstechnik und digitale Orderkonzepte. „Die Krise führte zu einem wahren Siegeszug des Digitalen, und darin liegt eine Chance für die Mode“, so Lukas Pünder. Er geht davon aus, dass die Bedeutung digitaler Tools, die vor dem Sommer 2020 noch keine große Rolle spielten, weiter zunimmt und Unternehmen ihre hybriden und digitalen Order-Konzepte sukzessive ausweiten. „Lieferanten, Brands sowie der Einzelhandel sind während der Corona-Pandemie näher zusammengerückt, um gemeinsam zu lernen mit der neuen Situation umzugehen. Wir hoffen natürlich, dass diese enge Zusammenarbeit auch über die Krise hinaus bestehen bleibt“, sagt er. Für den jungen Gründer ist und bleibt Digitalisierung ein entscheidender Faktor in der Modeindustrie und ist gewiss nicht nur ein in der Pandemie entstandener Trend. „Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass wir alle digitaler zusammenrücken: Die Digitalisierung innerhalb der Showrooms soll noch weiter unterstützt und ausgebaut werden, weil so viele neue Synergien entstehen können. Ich glaube, dass digitale Konzepte, Cross-Shopping und ein guter Mix aus E-Commerce und stationärem Shopping, den Einzelhandel sowie die Mode-Order wieder beleben und spannend machen, weil sie neue Möglichkeiten des individuellen, personalisierten Einkaufens bieten“, so Pünder abschließend.

Keine Messe, keine Inspiration?

Für Evelyn Hammerström bieten digitale Präsentations-Plattformen keinen adäquaten Ersatz zur analogen Messe-Order. Die Boutique-Besitzerin kritisiert die fehlende Haptik und die erschwerte Einschätzbarkeit von Qualität und Passform. „Mode kann man nicht digital kaufen. Mode ist lebendig, Mode muss man anfassen“, sagt sie und erzählt, dass sie einen Zoom-Call zur Mode-Order abgesagt und sich stattdessen direkt ein Ticket für die Mailänder Modemesse gebucht hat. „Ich muss die Ware einfach fühlen. Mode ist meine Leidenschaft, ein Bauchgefühl und eine Emotion. Manchmal muss ich sogar die Tränen zurückhalten, weil ich ein Teil so wunderschön finde“, so Hammerström. Diese Emotionalität geht, so sagt sie, über den Bildschirm verloren.

Die Video-Interviews mit Lukas Pünder und Evelyn Hammerström finden Sie hier auf dem Fashion Net Instagram-Kanal.