Bonaveri für Jil Sander

Bonaveri für Jil Sander

Mittendrin im größten Buzz des Jahresgeschäfts in allen Boutiquen und Handelshäusern gibt es Inseln ganz anderen Showbiz' in der Welt der Mode: Museale Würdigung lebender Größen des Mode-Designs. „Jil Sander. Präsens“ läuft bis zum 6. Mai 2018 im Frankfurter MAK.

Matthias Wagner K, Direktor des Frankfurter Museums Angewandte Kunst hat Jil Sander das ganze Haus gewidmet. In anderthalb Jahren Vorbereitung, an der die Mode-Ikone in der ihr eigenen, resoluten und multiplen Begabtheit intensivst mitgewirkt hat, ist diese höchst erlebenswerte Werkschau entstanden. Es ist die überhaupt größte Schau dieser Designerin und sie ist einzig ihrer eigenen Person gewidmet.

Wie der Titel der Ausstellung schon anklingen lässt, ist dies keine Retrospektive im Sinne einer Parade der Kollektionen seit 1973, sondern eine Ausstellung, die sich als gegenwärtig begreift. So zeitlos wie ihre Stücke tatsächlich sind, präsentiert das MAK hier auch ihr Gesamtwerk, ihre Herangehensweise an Mode, an Architektur und Kunst, an die Lancierung ihrer eigenen Kosmetiklinie.

Bonaveri arbeitet bereits seit über zwanzig Jahren mit Jil Sander zusammen. Auch für diese phantastische Schau haben sie gemeinsam mit ihr die Mannequins aus Elementen der schläppi-Kollektion und der neuen Serie Sartorial entwickelt.

Besonders Frauen, die mit der Designerin aufwuchsen, dürften sich angesprochen fühlen. Jene, die Jil Sander in den achtziger und neunziger Jahren einkleidete, als diese auf dem besten Weg waren, wie sie Selbst – sich in der noch stark von Männern dominierten Welt zu behaupten. – Jene Frauen, die noch immer ihre Stücke aus vergangenen Jahrzehnten wie selbstverständlich tragen, ohne dass man es den Teilen ansieht.